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Analyse

Tech-Ausverkauf an der Nasdaq: Warum auch der Goldpreis fiel

Redaktion goldpreis-live.de ·

Intels schwacher Ausblick und Sorgen um KI-Investitionen ließen die Nasdaq um 2,8 % fallen. Gold war diesmal kein sicherer Hafen und fiel auf das Jahrestief.

Tech-Ausverkauf an der Nasdaq: Warum auch der Goldpreis fiel
Foto: Luca Marfè · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, erlebte die Wall Street einen der schwächsten Tage des Jahres. Der technologielastige Nasdaq Composite schloss 2,84 % tiefer bei 25.442 Punkten – der größte Tagesverlust seit Juni. Der S&P 500 gab 1,83 % nach, der Dow Jones 1,06 %. Wer jetzt erwartet hätte, dass Anleger in Gold flüchten, wurde überrascht: Auch der Goldpreis fiel deutlich und rutschte auf den tiefsten Stand des Jahres.

Auslöser: Intels schwacher Ausblick

Den Anfang machte Intel. Der Chipkonzern stellte für das vierte Quartal einen Umsatz von 15 bis 16 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Analysten hatten mit rund 17 Milliarden gerechnet. Auch beim Gewinn je Aktie und bei der Bruttomarge lag die Prognose klar unter den Erwartungen.

Entscheidend war weniger das abgelaufene Quartal als der Blick nach vorn. Finanzchef David Zinsner erwartet, dass die Schwäche im PC-Markt mindestens bis in die erste Hälfte des kommenden Jahres anhält. Ein Grund: Speicherchips sind deutlich teurer geworden, weil Hersteller ihre Kapazitäten auf KI-Speicher umstellen. Das verteuert Computer und bremst die Nachfrage. Zusätzlich belastete ein Produktionsausfall in Israel.

Die Intel-Aktie verlor rund 29 % – laut Marktberichten der schlechteste Handelstag seit 1974. Der Abverkauf griff auf die ganze Branche über: AMD und Dell büßten jeweils gut zehn Prozent ein, auch Nvidia, Qualcomm, Broadcom und Micron gaben nach.

Zweiter Belastungsfaktor: die KI-Investitionen

Gleichzeitig verstärkten die Zahlen von Amazon die Sorge um die enormen Summen, die Technologiekonzerne in Rechenzentren und KI-Infrastruktur stecken. Der freie Cashflow ging stark zurück, und viele Anleger fragen sich, wann diese Ausgaben tatsächlich Gewinne abwerfen.

Dazu kamen enttäuschende Ausblicke einzelner Unternehmen: Reddit verlor rund 29 %, Roblox etwa 18 %.

Kurz gesagt: schwächere Umsatzprognosen, höhere Kosten und Zweifel am Nutzen der KI-Milliarden – das zusammen löste eine breite Verkaufswelle aus.

Und der Goldpreis? Warum Gold diesmal mitfiel

Gold gilt als „sicherer Hafen“. Trotzdem fiel der Preis am selben Tag unter 3.900 US-Dollar je Feinunze und damit auf den tiefsten Stand 2026. In Euro sank die Unze nach unseren Kursdaten von rund 3.650 Euro am Vortag auf etwa 3.470 Euro.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Zinserwartungen: Starke US-Konjunkturdaten und eine hartnäckige Inflation (PCE-Preisindex im September 3,6 % über Vorjahr) lassen Anleger mit einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember rechnen. Höhere Zinsen machen Gold, das keine Zinsen abwirft, weniger attraktiv.
  • Hohe Realzinsen: Steigende Ölpreise halten die Inflationserwartungen und damit die Renditen von Anleihen hoch.
  • Verkäufe und ETF-Abflüsse: Spekulative Positionen wurden abgebaut. Wenn Aktien stark fallen, verkaufen manche Anleger auch Gold, um Verluste auszugleichen oder Liquidität zu schaffen.

Das ist kein Widerspruch: In akuten Verkaufswellen fällt Gold oft zunächst mit. Seine Rolle als Absicherung zeigt sich eher über längere Zeiträume als an einzelnen Tagen. Mehr dazu in unserem Beitrag Was bestimmt den Goldpreis?

Was bedeutet das für Anleger in Deutschland?

Für Käufer kann ein niedrigerer Goldpreis eine Gelegenheit sein – eine Garantie, dass der Boden erreicht ist, gibt es aber nicht. Analysten nennen 4.000 US-Dollar als wichtige Marke nach oben. Als Nächstes dürften die Zinsentscheidung der US-Notenbank im Dezember und die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten den Kurs bestimmen.

Wer Gold verkaufen möchte, sollte nicht unter Zeitdruck handeln und Ankaufspreise mehrerer Händler vergleichen. Den aktuellen Kurs sehen Sie jederzeit auf unserer Startseite, die längerfristige Entwicklung in der Goldpreis-Historie.

Hinweis: Die Kursangaben beziehen sich auf den Handel vom 30. Oktober 2026. Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.